Stiftung-Hundehilfe

Kooperationspartner

Die Stiftung Hundehilfe hat ihren Sitz in Mannheim und wurde von Wolfgang Weiler gegründet.

Wir kooperieren mit spanischen und ungarischen Tierheimen, die sich hier vorstellen.


1. Tierheim Bogancs in Ungarn / Zalaegerszeg

Zalaegerszeg (dt: Egersee) ist eine ca. 50 km nordwestlich des Plattensees gelegene Stadt in Ungarn mit über 60.000 Einwohnern, etwa 210 km von Budapest entfernt.

Das Tierheim wurde 1990 von tierlieben Menschen gegründet und besteht seit 1999 als gemeinnützige Organisation durch die Betriebsgenehmigung vom Bürgermeisteramt der Stadt.

Drei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter gewährleisten Tag für Tag die Versorgung von ungefähr 160 Hunden und 80 Katzen, unterstützt von einigen freiwilligen Helfern. Die Hunde sind in Zwingern untergebracht, die Katzen bewohnen ein beheizbares Häuschen.

Glücklicherweise findet in Zalaegerszeg und Umgebung keine Tötung der Hunde statt. Das Tierheim hat einen Vertrag mit den städtischen Tierfängern, so dass die gefangenen Hunde nach einer zweiwöchigen Quarantäne zu ihnen kommen. Dies bedeutet aber auch immer wieder großen Platzmangel!!




2. Tierheim Vackolo in Ungarn / Veszprém

Nur wenige Kilometer nördlich des Plattensees liegt eine der ältesten Städte Ungarns- Veszprem. Hier ist auch der Tierschutzverein Vackolo ansässig, der aus einem kleinen Team und unserer lieben Zsuzsa besteht. Verstoßene Hunde, aus der örtlichen Tötungsstation geholte Hunde oder aber auch Hunde welche aus schlechter Haltung befreit werden, finden bei Zsuzsa Unterkunft.

Der Grundstein für die Auffangstation Vackolo wurde Ende 2009 gelegt. Ein Grundstück mit Haus und Nebengebäude wurde damals für knapp 50 Hunde erworben.

Viel Bewunderung und Unterstützung durch Tierfreunde bekam Zsuzsa im Oktober 2010, durch ihren unermüdlichen Einsatz, bei der schlimmen Schlammkatastrophe. Die plötzliche Bekanntheit blieb jedoch nicht ohne Folgen für Zsuzsa. Viele Fund- und Abgabetiere- auch weit über die Grenzen von Veszprem hinaus- landeten bei Zsuzsa.

Auch beschlagnahmte Tiere werden nun von den Behörden bei Zsuzsa abgegeben. Im April 2011 kam es zum traurigen Höhepunkt. 18 schwer vernachlässigte Hunde aus einem Messie-Haus nahm Zsuzsa bei sich auf.

Zur Zeit sind ständig 3 Menschen für das Wohl der Hunde vor Ort im Einsatz. Zsuzsa, Gabor und András. Sie sind rund um die Uhr für die Tiere da. Viele fleißige, freiwillige Helfer unterstützen sie bei ihrer Arbeit. Mittlerweile betreut Zsuzsa und ihr Team knapp 200 Hunde - ohne Hilfe von außen gar nicht mehr realisierbar.
Obwohl das Tierheim anerkannt ist, bekommt es keinerlei staatliche Unterstützung. Es ist auf Spenden angewiesen, um die Tiere zu versorgen. Zsuzsa arbeitet als Tierarzthelferin und kann somit wenigstens die laufenden Kosten für das Gebäude tragen. Für Futter und ärztliche Versorgung ist sie auf Hilfe angewiesen.

Unterstützung bekommen sie von deutschen Vereinen die bei der Vermittlung helfen und Spenden sammeln damit die Tiere versorgt werden können.



3. Laura Wehner, eine aktive Tierschützerin vor Ort in Ungarn

Wie bist du auf die Missstände im Ausland in Zusammenhang mit Straßenhunden aufmerksam geworden?

Derzeit bin ich nur in Ungarn tätig, nicht in Rumänien. Mein derzeitiges Anliegen ist es, den Hunden zu helfen, die sich in der Nähe der österreichisch-ungarischen Grenze befinden – denn Tierschutz hört nicht 5 Meter nach der Grenze auf.

Bis vor neun Jahren habe ich mich im örtlichen Tierschutzverein und im Tierheim meines damaligen Wohnortes in Deutschland engagiert, als ich von einer Bekannten meiner Tierschutzkollegin erfuhr, die sich in Österreich für ungarische Hunde einsetzt. So bin ich für zwei Monate nach Wien gekommen, um hier und vor Ort den Hunden aus Tötungsstationen zu helfen. Das Schicksal der vergessenen Auslandshunde hat mich seither nicht mehr losgelassen.


Wie kam der Kontakt zwischen dir und ausländischen Tierschützern oder Auffangstationen zustande?

Als ich vor acht Jahren endgültig nach Österreich gezogen bin, habe ich begonnen, in einem Tierschutzverein, der sich für Auslandshunde einsetzt, mitzuarbeiten und wurde somit Teil der aktiven Tierschutzarbeit in Ungarn. Auf diesem Wege habe ich die Wärter der Tötungsstationen und auch die Tierschützer vor Ort kennenlernen können.


Seit wann engagierst du dich für Hunde ehrenamtlich und welche Aufgaben übernimmst du dabei genau? (Vermittlung, Kastrationen vor Ort, Aufklärung…?)

Bis vor etwa zwei Jahren habe ich im Verein verschiedene Aufgaben übernommen, wie die Betreuung der Hunde im Tierheim, Tierarztfahrten, Kurierfahrten, Vermittlungsarbeit, Vorkontrollen usw. Diese Aufgaben erfülle ich auch heute noch, nur in Zusammenarbeit mit einem anderen Verein in Ungarn.


Die Kastration und Aufklärung vor Ort ist meiner Meinung nach enorm wichtig, um das große Problem der massenhaften Vermehrung der Tiere einzudämmen. Könnt ihr hier bereits auf spürbare Erfolge zurückblicken?

Jede kastrierte Hündin bedeutet etwa zehn Welpen weniger pro Jahr und ist somit ein Erfolg. Ob es spürbar ist, hängt von der Dichte der Hundepopulation ab und von der Bereitschaft der Leute, ihre Tiere zur Kastration freizugeben. Meist beschränken sich unsere Möglichkeiten auf einzelne Hündinnen, deren Besitzer*innen zu uns kommen und um Vermittlung der ungewünschten Welpen bitten. Die entsprechenden Mutterhündinnen lassen wir in Folge immer kastrieren. Für großflächige Kastrationsprojekte fehlt es uns leider an finanziellen Mitteln, aber für die Zukunft ist es mein großes Ziel, dies in größerem Umfang umzusetzen. Wir denken über die Gründung eines neuen Vereins nach, um dies in Angriff nehmen zu können.


Viele, die gerne einen Hund aus Ungarn, Rumänien und Co. adoptieren möchten, haben Bedenken, dass die Tiere krank sind. Sind diese Bedenken berechtigt?

Diese Bedenken sind besonders bei illegal importierten Welpen, die aus dem Kofferraum gekauft werden, berechtigt. Von diesen überleben fast die Hälfte nicht das erste Lebensjahr und gefährden dazu auch noch die Gesundheit der heimischen Hunde.

Im seriösen Tierschutz werden Hunde vor Ort tierärztlich durchgecheckt, bei Bedarf behandelt und der neue Halter wird gegebenenfalls über Auffälligkeiten informiert. Da wir die Hunde vor der Vergabe bereits längere Zeit in unserer Obhut (Hundepension, örtliche Pflegestellen) haben, können wir Seuchen und Krankheiten ausschließen. Bei großen, ehemaligen Kettenhunden können zum Beispiel Wirbelsäulenprobleme auftauchen, dies sind Gesundheitsrisiken, auf die wir bei der Vergabe aufmerksam machen.


Wie vielen Hunden konntest du bereits ein neues Zuhause schenken?

Sehr vielen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass immer noch viele Menschen sich für einen Welpen vom Züchter entscheiden oder sich vor der Aufnahme eines „Auslandshundes" scheuen, könnten es bedeutend mehr sein.


Warum sollten wir Deutsche deiner Meinung nach Hunde aus dem Ausland adoptieren statt einen Hund aus unseren eigenen Tierheimen aufzunehmen?

Ich sage nicht, das Deutsche keinen Hund aus dem Tierheim nehmen sollten! Ich habe selbst meine erste Hündin aus dem Berliner Tierheim adoptiert und würde das jederzeit wieder tun! Ich sage nur, die Leute sollten nicht zum Züchter gehen oder einen Kofferraumwelpen kaufen. Über die Hälfte der Hunde auf der Erde haben kein Zuhause, leben auf der Straße oder warten in Tötungsstationen und Tierheimen. Und die Hunde, die ein Zuhause haben, hängen in vielen Ländern an der Kette oder leben in ähnlich schlechten Verhältnissen. Das ist der Grund, warum es nicht einen einzigen minimalen Grund gibt, noch mehr Hunde in die Welt zu setzen und durch den Welpenkauf die Nachfrage zu steigern. Ein Hund in einem deutschen Tierheim hat genau denselben Wert als Lebewesen wie ein Hund in einer ungarischen Tötungsstation und möchte genauso überleben! Woher Mensch einen Hund adoptieren möchte, spielt dabei keine Rolle!


Zum Schluss noch eine Frage zur allgemeinen Situation vor Ort in den jeweiligen Ländern. Welche Vorschläge würdest du den Verantwortlichen machen, um die Situation für Straßenhunde konkret zu verbessern?

Da ich besonders in Westungarn aktiv bin, ist es weniger das Straßenhundeproblem, da die Straßen verhältnismäßig „sauber" gehalten werden wegen dem Tourismus. Es sind die unkastrierten Hunde und die Gleichgültigkeit und die Wegwerfmentalität der Menschen. Darum werden Hunde unter schrecklichen Bedingungen gehalten und daher landen Hunde in der Tötungsstation. Welpen werden in Ungarn billig auf dem Tiermarkt oder aus der Nachbarschaft erstanden, dienen als Kinderspielzeug oder lebendige Alarmanlage an der Kette und werden, wenn sie ausgedient haben oder Probleme machen, einfach ausrangiert.

Letzte Woche hatten wir einen besonders traurigen Fall: Ein älterer Hund lag im Hinterhof eines Hauses und konnte nicht mehr aufstehen. Die Nachbarin fragte die Besitzerin, was mit dem Hund wäre und die einzige Aussage war „Er ist halt alt". Später informierte die Nachbarin unsere ungarische Kollegin vor Ort und ihr gelang es nach langen Diskussionen, dass ihr der Hund ausgehändigt wurde. Bodri, der Hund, hatte ein völlig entzündetes Hinterteil, auf dem Tausende Würmer krochen und alles verklebt war von Eiter und Exkrementen. Er vegetierte seit Wochen vor sich hin und lag in seinem eigenen Kot und Urin. Wir versuchten alles, um ihn durchzubringen, er bekam Antibiotikum, Schmerzmittel, Infusionen. Ein bisschen Lebenswillen keimte sogar in ihm auf! Doch nach zwei Tagen hat er den Kampf leider verloren und ist gestorben. Solche Erlebnisse sind für uns besonders schlimm, denn wir sind machtlos gegen die Willkür der ungarischen Leute im Umgang mit ihren Hunden..

Hunde werden erschlagen und den Tätern drohen sehr geringe Strafen – sofern sie überhaupt jemand zur Rechenschaft zieht.

Besonders schlimm finde ich die Kettenhaltung in Ungarn. Ein Großteil der Hunde wird an einer kurzen Kette und oft ohne Witterungsschutz gehalten. Für ein intelligentes sensibles Lebewesen ein schreckliches Schicksal! Eingewachsene Ketten oder völlige Selbstaufgabe sind keine Einzelfälle.

Auch die Anwendung von Stachelhalsbänder und Elektroschockhalsbänder wird in ungarischen Hundeschulen empfohlen! Bei uns gehören diese Methoden zum Glück längst der Vergangenheit an. Oft bekommen wir Hunde mit Kehlkopfquetschungen, Halsverletzungen oder Verbrennungen durch Stromgeräte…

Die Tierschutzgesetze müssten der EU angeglichen werden und dementsprechend kontrolliert werden. Weiteres bedarf es an weiterer Aufklärungsarbeit und positivem Beispiel.




Eine wichtige und gegebenenfalls auch kritische Frage stellt sich sicherlich

Warum einen Hund aus dem Ausland adoptieren, wenn die deutschen Tierheime auch voll sitzen?

Oftmals findet man in deutschen Tierheimen Hunde, bei denen Erfahrung vorausgesetzt ist oder auch vorrangig große Hunde. Kleinere Hunde landen nur selten in deutschen Tierheimen, bzw. werden relativ schnell wieder vermittelt. Warum sollte man diese entstehende Lücke der Zucht überlassen, wenn in anderen Ländern genau diese Hunde jahrelang im Tierheim oder sogar in der Tötung auf ihre Chance warten??

Somit wollen wir in keinster Weise Konkurrenz für die hiesigen Tierheime, die phantastische Arbeit leisten, darstellen, sondern partnerschaftlich agieren.

Wir beschränken uns auf den Hundetierschutz, denn leider ist das Katzenelend in Deutschland nur wenig geringer groß als im Ausland. Angesichtes der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren selbst Rassekatzen wie Müll in deutschen Tierheimen abgeladen wurden, ist es sicherlich sinnvoller die hiesigen Tierheime zu unterstützen.

Falls Sie aber dort tatsächlich nicht fündig werden sollten, wenden Sie sich an uns, es suchen natürlich auch viele tolle herrenlose Stubentiger aus Ungarn oder Spanien ein Zuhause.